Organisationsentwicklung

Wir können uns nicht nicht entwickeln.

 

Dieser Satz ist angelehnt an Paul Watzlawicks erstes Axiom der Kommunikationstheorie: "Wir können nicht nicht kommunizieren".

 


 

Organisationsentwicklung behandelt die Zusammenarbeit von Menschen in Unternehmen, Behörden, Universitäten, Schulen, Krankenhäusern, Vereinen, politischen und vielen anderen Organisationen. Organisationsentwicklung beruht auf Theorien, Erkenntnissen und Methoden der Soziologie, Psychologie, Ökonomie und Didaktik. Ihr Ziel und ihre Aufgabe ist, Veränderung zum Wohl der Organisation und der Menschen in und außerhalb dieser Organisation zu steuern.

(Mehr zum Begriff und zur Geschichte finden Sie weiter unten.)

 

Anlässe und Themen

Als Organisationsentwicklerin begleite ich Sie und Ihr Unternehmen in Veränderungen. Dazu zählen Strategieentwicklung und Neuausrichtung, Unternehmensgründung und -Nachfolge, Zusammenarbeit, Teambildung und -Entwicklung sowie der Umgang mit äußeren Veränderungen, einschließlich wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen wie sie eine Pandemie mit sich bringen kann. Unternehmen und andere Organisationen, mit denen ich zusammenarbeite, kommen aus zahlreichen Branchen, vor allem aus den Bereichen Informationstechnologien, Finanzdienstleister, Handwerk (Elektrotechnik, Maschinenbau), Medien und Kunst sowie Gesundheitswesen und Hochschulen.

 

Umfang, Dauer und Methoden

Beratung bedeutet, dass der andere sich entscheiden kann. Als Beraterin unterstütze ich Sie, den Klienten, in der Umsetzung eines Vorhabens. Die Entscheidungen treffen Sie. Dies bedeutet, dass ich als Beraterin meine fachliche Expertise einbringe und Sie darin unterstütze, Ihre Ziele zu beschreiben und zu verwirklichen. Natürlich befolge ich die Schweigepflicht. Meilensteine in der Beratung sind

  • Verabredung zum ersten Gespräch: Kontakt
  • erstes Gespräch: Thema, Auftragsklärung, Zielsetzung, Vorgehen, Honorar
  • Beratung vor Ort, beispielsweise als Walk & Talk und in Retreats
  • Bericht
  • Abschlussgespräch mit Evaluation und Ausblick 

Walk & Talk

Ein Walk & Talk ist eine Methode der Organisationsanalyse. Er findet Einsatz beispielsweise im Rahmen von Unternehmensanalysen, Machbarkeitsstudien, Prozessverbesserungen oder Produktentwicklungen. In meinen Angeboten beschreibe ich einen Walk & Talk wie folgt:

 

[…]
Jede Frage ist eine Intervention.

 

Daher wird der Besuch der externen Beraterin mehrere Zwecke erfüllen. Die Beraterin lernt das Unternehmen kennen. Sie erstellt auf Basis dieser Exploration eine Analyse und spricht Empfehlungen zum weiteren Vorgehen in  [… / Thema] aus. Diesen Bericht erhält der Geschäftsführer.
Die Fragen der Beraterin und ihr "neuer" Blick werden bei dem Geschäftsführer und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Veränderungsprozesse auslösen, die ihnen für [… / Thema] Nutzen bringen werden. Außerdem können der Geschäftsführer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feststellen, ob sie mit der Beraterin weiterhin zusammenarbeiten wollen.
Dieses Kennenlernen findet als zweitägiger "Walk and Talk" im Unternehmen statt. Eine ausführliche Beschreibung enthält das Buch Entdecken, 2017, S. 156 ff. Der Ablauf enthält folgende Eckpunkte.
[…]

 

Retreat

Mit Abstand am besten.


In einem Retreat bearbeiten Mitglieder des Managements einmalig oder regelmäßig Fragen und Ideen zur Strategieentwicklung und anderen Themen. Als externe Beraterin moderiere ich den Retreat, unterstütze die inhaltliche Arbeit und spreche Empfehlungen aus.


Mönche, Schamanen und andere Gläubige ziehen sich seit Jahrtausenden aus der Alltagswelt zurück, um ihr Weltbild zu hinterfragen und vor allem ihren Geist, ihre Seele und auch ihren Körper zu stärken. Es geht um das Gewinnen neuer Erkenntnisse, die Entwicklung neuer Ideen und auch um Entscheidungen. Die Reflexion ist zentraler Bestandteil von Retreats. Wissenschaftler und Forscher haben diese Idee übernommen, um gemeinsam über Theorien, Konzepte und Methoden nachzudenken und daran zu arbeiten. Manchmal entstehen dabei Bücher und Artikel. Die Autoren des Agilen Manifests für die Software-Entwicklung waren (auch) zum Skifahren in den Bergen. Schließlich haben Retreats auch in Unternehmen und anderen Organisationen Einzug gehalten. Geschäftsleitungen und Expertengruppen ziehen sich zurück, um die bisherige Arbeit zu reflektieren und das zukünftige Vorgehen zu entwickeln.
Ein Kennzeichen von Retreats ist neben Denken und Sprechen das Tun. Dazu gehören auch soziale Aktivitäten außerhalb des eigentlichen Themas, beispielsweise Spaziergänge und Sport oder Musik und bildende Kunst. Dieses Eintreten in eine andere Umgebung und eine andere Welt ist ein Perspektivenwechsel, der Kreativität und Verständnis fördert.
(Buch Werkzeuge, 2017, S. 56 ff).


Ein Retreat dauert zumeist zwei bis drei Tage.

 

Ihr Nutzen

Als Beraterin unterstütze ich Sie als neutrale Expertin.

Dies befähigt Sie, Entscheidungen zu Ihrem Vorgehen zu fällen und diese Erkenntnisse umzusetzen.

Außerdem lernen Sie während der Beratung Konzepte und Methoden der Zusammenarbeit und des Managements in ihrer praktischen Anwendung kennen: Sie schauen mir zu, wenden Konzepte und Methoden an und können sie später in Ihrem Alltag weiterhin nutzen.

 

Hintergründe

Der Begriff und das Gebiet der Organisationsentwicklung, des Organization Development, haben sich in den 1940er und 1950er Jahren entwickelt. Organisationsentwicklung basiert auf humanistischen Werten, wie dem Wohl des Individuums, Bildung und sozialer Verantwortung. Der Ansatz ist systemisch. Systemisches Denken bedeutet, unsere Umwelt und Teile davon, wie zum Beispiel ein Unternehmen, als komplexe Gebilde zu sehen, die wiederum Teil komplexer Gebilde sind.

 

Organisationsentwicklung geht – vereinfacht gesagt – davon aus, dass es einer Organisation dann gut geht, wenn es den Menschen in ihr gut geht. „Gut“ in Bezug auf die Organisation beinhaltet dabei ökonomischen, sozialen und ökologischen Erfolg. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Organisation ein Produktions-, Dienstleistungs-, gewinnorientiertes Unternehmen oder eine gemeinnützige Einrichtung, Behörde oder anderes ist. „Gut“ bedeutet für die Menschen Gesundheit, eine befriedigende und fordernde, aber nicht überfordernde Arbeit, Anerkennung, soziales Aufgehobensein, die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen Entwicklung und eine angemessene Bezahlung. 

 

Organisationsentwickler arbeiten als interne oder externe Berater mit dem Management und den Mitarbeitern. Sie unterstützen die Organisation in ihren Veränderungen. (Buch Beraten, 2017)